Gedanken der Woche
Wenn etwas Schlimmes geschieht:
Manchmal geschieht etwas, das uns den Boden unter den Füßen wegreißt.
Und dann stehen wir da mit der Frage nach dem Warum.
Wir wollen verstehen.
Wir wollen einen Sinn finden.
Wir wollen glauben, dass das Geschehene sich irgendwie einordnen lässt.
Doch nicht alles, was uns trifft, lässt sich auch begreifen.
Vielleicht muss ich das Geschehene nicht sofort verstehen.
Vielleicht reicht es erst einmal, es anzunehmen, auszuhalten und mich nicht dafür zu bestrafen.
Dieser Gedanke ist nicht einfach.
Er verlangt nichts Glänzendes von uns.
Er verlangt nur Ehrlichkeit.
Ehrlichkeit mit dem Schmerz, mit der Ohnmacht, mit dem Teil in uns,
der sich fragt, ob wir genug waren,
ob wir anders hätten handeln müssen, ob wir versagt haben.
Manchmal ist genau das der schwerste Teil:
nicht nur das, was passiert ist, sondern das, was es in uns auslöst.
Schuld. Scham. Angst. Das Gefühl, nicht richtig zu sein.
Und doch kann mitten in all dem etwas Leises beginnen.
Nicht als große Antwort. - Nicht als Erklärung.
Sondern als langsame Bewegung zurück ins Leben.
Es geht nicht nur um Sinn, sondern auch darum,
aus dem, was geschehen ist, wieder "Leben zu gestalten."
Vielleicht heißt das am Anfang nur: einen Atemzug mehr.
Einen freundlicheren Satz zu sich selbst.
Einen Moment, in dem man nicht gegen sich kämpft.
Einen kleinen Halt, der trägt, wenn innen alles wankt.
Nicht alles muss verstanden werden, um es aushalten zu können.
Und nicht alles, was uns zerreißt, muss uns auch für immer definieren.
Und vielleicht beginnt Frieden nicht dort, wo alles erklärt ist,
sondern dort, wo ich mir selbst wieder mit Güte begegnen kann.
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